"How to" rodeln

Rodeln kann jeder, egal ob 1 Jähriger mit der Oma oder Opa oder als rüstiger Rentner der noch mal den Fahrtwind und die Freiheit spüren möchte. Rodeln ist ein Sport, der eng mit der Natur verbunden ist. Extra Trainings,  Kurse oder Ausbildungen werden nicht benötigt. Schon mit ein paar einfachen Verhaltensregeln, etwas Disziplin und einem moderat trainierten Körper kann der Spaß losgehen. Die Gefahren, die durch hohe Geschwindigkeit bzw. Stürze resultieren sollten aber nicht unterschätz werden.  Wenn der Rodel auf Eis oder sehr komprimierten Schnee läuft werden schnell hohe Geschwindigkeiten jenseits von 50Km/h erreicht. Hier verlieren viele Anfänger schnell die Kontrolle. Hier empfiehlt es sich die Rodelstrecken seinem Können entsprechend zu wählen und auch genügend Pausen (auch mal für eine kleine Jause) einzuplanen, so dass der Rodelspaß ein Spaß für die ganze Familie wird.

Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, um Euch die Sicherheit auf der Rodelbahn zu geben.

Ausrüstung:
 
·          Helm (Skihelm), Rückenprotector
·          Schneebrille/Sonnenbrille
·          Handschuhe, Mütze, Schal usw.
·          Feste Schuhe (Schneefang, Gamaschen)
·          Warme Kleidung/Wechselkleidung
·          Strinlampe (Nachtrodeln)
·          Handy mit Notmaffnummern
 
Allgemeine Verhaltensregeln:
Der Aufstieg und die Abfahrt liegen in der Regel auf dem gleichen Weg (Forstweg). Hier kann man sich die Bahn beim Aufstieg schon einprägen, Pausen planen und natürlich nach Engstellen oder Steileren Teilstücken schauen. Die Gefahr, besteht aber darin, dass die Bahn von abfahrenden Rodlern genutzt wird, hier ist immer auf den Gegenverkehr zu achten, gerade Kinder unterschätzten unter Umständen die Geschwindigkeit der abfahrenden Rodler. Rücksicht und Vorsicht werden hier groß geschrieben. Das betrifft aber nicht nur den Aufstieg sondern auch die eigene Fahrt abwärts. Hier sollte vor jeder größeren Gruppe, oder Familie abgebremst werden. Absichtliches dichtes Auffahren oder der Versuch die Aufsteiger zu erschrecken sollte unterlassen werden. Rodler sollten zusammenhalten und gegenseitig Rücksicht nehmen. Die Geschwindigkeit sollte auch immer der Strecke angepasst werden, um sich selbst und seinen Mitrodler nicht in Gefhar zu bringen. Unnötige Überholmanöver sollten nicht extra produziert werden.   

Rodeln mit einem Hund:
Klar darf der beste Freund des Menschen nicht fehlen bei einem Ausflug in die Natur. Und so mancher Hund muß auch mal den Schlitten ziehen (bergauf), aber Hunde auf der Bahnen bergen eine große Gefahren. Der Hund muß jederzeit folgen, und da wir uns in der Natur befinden, sollte der Jagdtrieb nicht unterschätzt werden. Grundsätzlich sollte man das Rodeln mit Hund trainieren, hierzu empfehlen wir eine ruhige Rodelbahn unter der Woche aufzusuchen und den Hund an den Schlitten, das Tempo und das Rodeln zu gewöhnen. Denkt auch daran, dass sich Hunde die Pfoten auf eisigen Bahnen und  im Tiefschnee  verletzten können. Und auch nicht jeder Couchhund ist in der Lage ohne Training  3-4Km mit 20-30Km/h bergab zu rennen.  Zwischen Hund und  Rodel sollten immer auch ein entsprechender Sicherheitsabstand bestehen, damit er nicht unter die Kufen kommt oder versucht auf den Rodel aufzuspringen. Wenn man in einer Gruppe rodelt sollte der Hund am letzten Schlitten mitgeführt werden.

Der Aufsteig:
Der wohl anstrengendste Teil der  Rodelspasses. Hier  sollte man immer auf der Innenseite der Kurven gehen mit Blick nach oben. An engen Stellen und oder  unübersichtlichen Stellen sollte man hintereinander gehen und darauf achten, den  Rodel nicht in der Mitte der Bahn zu ziehen.

Die Abfahrt:
Jetzt wird es richtig spaßig und man wird für die Mühen belohnt. Wenn man in einer Gruppe fährt machen die Kurven und die damit verbundenen „Stürze“ am meisten Spaß. Gerade hier halten sich oft ganze Gruppen auf der Aussenseite auf, um die nächste Gerade in Angriff  zu nehmen. Hier kommt es vermehrt zu Verletzungen da die nachkommenden Rodler mit dem Schwung der Gerade in die Gruppe „krachen“, sei es aus purer Überschätzung oder einfach nur den Spaß „jemanden“ über den Haufen zu fahren (der Schnee tut ja nicht „weh“. Wenn man aber von einem 90Kg Sportrodler in Schutzausrüstung von den Beinen „gesäbelt“ wird macht das weder Spaß noch ist das ungefährlich. Hier kommt es häufig zu sehr schmerzhaften Verletzungen, Schienbeinbrüchen oder gar Schlimmeren. Auch hier gilt, wenn gewartet werden muß, auf der Innenseite der Kurve, mit Sicherheitsabstand oder auf einen Schneehügel, der von den vielen  Bahnbetreibern auf der Außenseite aufgehäuft wird.
Stürze:
Stürze gehören beim Rodeln mit dazu. Nach einem Sturz muss man die Bahn so schnell als möglich Freiräumen, so dass der nachkommende Rodler nicht gefährdet wird. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, wenn es irgendwo weh tut, aber am Rand lassen sich „blaue Flecken“ mit Schnee besser kühlen als auf der Bahn.

Nachtfahrten:
Mitunter sehr romantisch und bei Fackelschein ein riesen Erlebnis für Jung, alt und verliebte. Wer also die Nacht zum Tag macht und  auf einer unbeleuchteten Rodelbahn  fährt, braucht unbedingt eine Stirnlampe (mit ausreichender Brenndauer). Nicht nur, weil so das Rodeln mehr Spaß macht, sondern auch damit man beim Aufstieg von den Anderen gesehen wird. Damit es für die Abfahrenden Rodler kein „Blindflug“ aollte man die entgegenkommenden nicht blenden. Die Stirnlampe ausreichend gut am Kopf oder dem Helm befestigen werden. So verliert man sie nicht, wenn es etwas holpriger wird.

Skipisten:
Skipisten gehören den Skifahrern, auch wenn Nachts keine Skifahrer mehr auf der Piste sind, sind diese für Rodler tabu. Ausnahmen kann es auf Teilstücken geben, diese sind aber extra Ausgewiesen. Nachts werden häufig die Pisten durch Raupenfahrzeuge für den nächsten Tag hergerichtet. Durch die eingeschränkte Sicht der der Planierraupen besteht für Rodler die mit einer Pistenraupe kollidieren akute Lebensgefahr! Auch sind die Pisten erheblich steiler als eine Rodelbahn, so dass man unkontrolliert ins Tal rast und über den Pistenrand hinweg geschleudert wird.
Gruppenfahrten
Diese machen enormen Spaß. Auch hier sollten sich geübte und ungeübte Rodler in kleinere Gruppen, nach können und Lust zusammenschließen.  Start und Endpunkt sollten klar definiert werden und es muß auf die komplette Gruppe gewartet werden, falls jemand auf der Strecke liegen geblieben ist oder Hilfe braucht.
Hütten und Hüttenpartys
Viele Hütten haben sich zusätzlich zu den Skifahrern auf die Rodler spezialisiert.  Livemusik, gute Stimmung sorgen dafür, dass schnell mal ein Glühwein oder Jagatee zu viel getrunken wird. Das Risiko, durch das eingeschränkte Reaktionsvermögen und der geringeren Hemmschwelle, für Unfälle mit Alkohol steigt erheblich an. Noch gibt es kein Gesetzt das den Alkoholkonsum auf, während oder nach dem Rodeln verbietet, aber man gefährdet nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das der anderen Sportler.

Autos auf der Bahn
Viele Rodelbahnen sind keine „ausschließlichen“ Rodelbahnen, sondern werden auch von Hüttenwirten als Versorgungsstraße genutzt. Am sollte also immer mit Gegenverkehr oder querenden Fahrzeugen rechnen. Pistenraupen haben zusätzlich ein gelbes Rundumlicht/Blitzlicht und eine Signalhupe, die man schon aus der Ferne hört und rechtzeitig seine Geschwindigkeit anpassen kann.